Bernd Zimmermann

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Wir  fahren von Cadaqués in Richtung Port Lligat und Casa-Museu Dalí. Am Campingplatz biegen wir ab nach rechts und folgen der Straße vor bis zum Parkplatz an der Bar. Von da ab geht es zu Fuß weiter nach rechts in Richtung Cadaqués immer am Meer entlang. Der Weg über die teilweise etwas steilen Felsen erfordert sicheres und festes Schuhwerk.
Wir durchqueren eine weiße Feriensiedlung. Schnörkellos  erinnert uns die Architektur an alte Bauhaustraditionen und beweist mal wieder, dass man in Mitten mediterraner Vegetation mit glatten weißen architektonischen Flächen, Lammellentüren und großen Fensterflächen keinesfalls langweilt, sondern gelungene Kontraste setzt. Schon stehen wir an der ersten Felsbucht zwischen Agaven und Kakteen und hören dem Schrei der Möwen zu. Noch schlängelt sich der Weg asphaltiert zur nächsten Bucht.
Hier baut man flache großzügige Bungalows aus Naturstein und Glas. Auch diese passen sich vorbildlich in die Landschaft und verstellen den dahinter liegenden Häusern nicht die Aussicht auf das Meer und die kleine, vorgelagerte Insel mit bombastischer Turm-Villa. Die kleine Bucht mit Kieselstrand lädt zum Steine schnippen ein. Unser Rekord sind acht Flutsche hintereinander. Zufrieden wandern wir weiter. Rechts löst eine Villa die nächste ab und wir  schmulen ein wenig durch die Gartenanlagen der Reichen, Schönen und vielleicht sogar Berühmten. Gern würden wir einen Tag der offenen Villen an die Tage des offenen Denkmals angehängt wissen. So aber bleibt alles anonym – sicher auch gut so – wer will schon im Big-Brother-Haus sitzen. Allerdings eines teilen sich die privilegierten Strandhausbesitzer mit uns: den einzigartigen Meerblick vom Camí de Ronda aus, auf dem wir nach Cadaqués wandern. In der nächsten kleinen Bucht stehen die Schuppen der Fischer. Vom Zahn der Zeit benagte Boote dümpeln am Strand, und Netze und Bojen liegen verstreut. Hier scheint die Zeit stehen geblieben. Auf einem Felsvorsprung duckt sich eine alte Fischerhütte. Das Balkongeländer ist durchgerostet, und die restlichen Streben haben von Salzwasser und Wind skurrile Formen erhalten. In der Hütte stehen ein langer Tisch und viele Stühle – leider aber ist es keine öffentliche Location für einen Imbiss unterwegs. Wir klettern weiter über die Klippen vorbei an Kakteen und blühenden Crasafeldern, durch karge Felsen um die nächste Landzunge und plötzlich blinken die weißen Häuser von Cadaqués vor uns. Die Kirche Santa María thront über dem alten Fischerort, der heute zu einem der teuersten Refugien an der Costa Brava gehört und besonders bei der internationalen Kunstszene hoch im Kurs steht, da jeder hofft,
einen Funken von dem
dalíschen Genie abzubekommen. Das Panorama begeistert, und keine Hotelburg beleidigt das Auge. Stattdessen strahlt ein rosa Märchenschloss aus grünem Piniengezweig. Fischerboote dümpeln friedlich auf dem Wasser zwischen weißen und roten Bojenpunkten verankert. Möwen kreisen im Wind und wir freuen uns auf das bunte treiben der beiden Strandcafés. Rechts entdecken wir eine Abkürzung durch die Olivenhaine für unseren Rückweg. Jetzt aber schreiten wir zügig das letzte Stück bis zum Ort.
Uns knurrt der Magen und wir hoffen auf Tapas, um gestärkt den Rückmarsch antreten zu könnenIm Nord-Südgefälle spielt sich die Lebenswelt und das künstlerische Schaffen von Bernd Zimmermann ab. Seine Vita ist schnell erzählt und lässt wenig unmittelbare Rückschlüsse auf seine Kunst zu. Geboren 1937 in Ebingen. Aufgewachsen in einer Familie, die von kaufmännischen Interessen geprägt war, zeigt er schon sehr früh künstlerische Ambitionen. Mit großer Begeisterung hat er schon als Kind modelliert und gezeichnet. Sein Zeichenlehrer Schwenk gibt ihm beim Verlassen der Ebinger Oberschule den gutgemeinten Rat mit auf den Lebensweg: „Du hast Talent, nütze es!“

Im Nord-Südgefälle spielt sich die Lebenswelt und das künstlerische Schaffen von Bernd Zimmermann ab. Seine Vita ist schnell erzählt und lässt wenig unmittelbare Rückschlüsse auf seine Kunst zu. Geboren 1937 in Ebingen. Aufgewachsen in einer Familie, die von kaufmännischen Interessen geprägt war, zeigt er schon sehr früh künstlerische Ambitionen. Mit großer Begeisterung hat er schon als Kind modelliert und gezeichnet. Sein Zeichenlehrer Schwenk gibt ihm beim Verlassen der Ebinger Oberschule den gutgemeinten Rat mit auf den Lebensweg: „Du hast Talent, nütze es!“

Doch davon konnte zunächst nicht die Rede sein. In der schwierigen Zeit nach dem zweiten Weltkrieg konnte Bernd Zimmermann seinen Wunsch Künstler zu werden zunächst nicht verwirklichen. Der Familientradition entsprechend, machte er eine kaufmännische Lehre und übernahm das großväterliche Geschäft. Erst allmählich konnte er sich von den wirtschaftlichen und finanziellen Zwängen befreien, um sich dann ab 1975 wieder intensiv mit der künstlerischen Arbeit in seiner eigenen Werkstatt zu befassen.


In diese Zeit fällt auch die Gründung der Paulusgalerie, die seit den Jahren ihres Bestehens vielen Künstlern ein Forum geboten hat, ihre Werke auszustellen. Es entstanden wertvolle Kontakte und fruchtbare künstlerische Auseinandersetzungen.


Ab 1978 ist dann auch eine rege eigene Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland zu verzeichnen.
Seit 1979 ist Bernd Zimmermann Mitglied in der Künstlergilde Hechingen.


Den Anstoß zum Fertigen von Holzschnitten sowie wichtige technische Hilfen verdankt er dem Öschinger Holzschneider Klaus Herzer.
Zur zweiten Heimat ist für Bernd Zimmermann seit Beginn der 1980iger Jahre Corcá, ein kleines, geschichtsträchtiges Dorf in Katalonien, im Norden Spaniens, geworden. Dort erwarb er ein Haus, dessen Alter nicht genau zu bestimmen ist, dessen Grundmauern aber vermutlich noch vorchristlichen Ursprungs sind. In diesem zauberhaften Ambiente gewinnt er die schöpferische Kraft zur Umsetzung seiner künstlerischen Visionen. Das mediterrane Klima, die Faszination von Land und Leuten, Häuser und Meer regt dabei die Sensibilität in kreativer Weise an.
Es scheint der geeignete Nährboden zu sein, der geradezu dafür prädestiniert ist, Künstler hervorzubringen.


Denken wir dabei nur an die großen Katalanen Miró, Dalí, Tapies u.a.. Kunst und Kunsthandwerk haben Tradition in Katalonien.
Inzwischen existieren viele freundschaftliche Beziehungen mit katalanischen Künstlern und Künstlerkreisen, in denen Zimmermann schon so integriert ist, dass er einer der ihren geworden ist.


Heidrun Bucher-Schlichtenberger

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