Am wilden Fluß – der Fluvià bei Sant Pere Pescador

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Sant Pere Pescador – Fluvià

Im katalanischen und spanischem Wörterbuch findet man für Fluvial als deutsche Übersetzung Fluss. Unser Büro befindet sich nur wenige Meter vom Fluvià entfernt. Wir lieben die teilweise noch wilde Flusslandschaft der Umgebung. Genauso der Schäfer unseres Dorfes, der hier im Sommer oft mit seiner Herde durch die Uferböschungen zieht. Links und rechts des Fluvià findet man landschaftlich reizvolle Wander- und Fahrradwege. Einen davon stellten wir bereits im Heft 2/08 zu Ostern vor. Im Tourismusbüro an der Brücke des Flusses Fluvià in Sant Pere Pescador bekommt man entsprechendes Kartenmaterial und kann sich Fahrräder leihen.


Dort starten wir auch diesmal mit unserer Tour flussaufwärts. Sowohl links als auch rechts des Fluviàs führen breite Fahrwege am Ufer entlang. Nach den sehnsüchtig erwarteten Regenfällen blüht und grünt es rings um üppig, und es duftet nach Thymian und Rosmarin.

Die heimische Vegetation leuchtet mit gelben Ginsterbüschen, roten Mohnblüten, violettem Sommerflieder und bunten Wiesenblumen.

Fluvia-makro-baum-wasserDie Wildenten führen ihren Nachwuchs die Böschung entlang. Ein Reiher schwebt majestätisch über dem Wasserspiegel. Wir fahren die linke Uferseite hinter dem Club Nautic flussauf, vorbei an dem kleinen romantischen Dorf Saldet bis zum Ort L’Arbre Sec. Hier kreuzen wir die Landstraße nach la Bisbal und folgen der kleinen Straße in Richtung Ventalló. Schon nach ein paar Metern biegen wir rechts ab in Richtung Valveralla. Valveralla besteht aus wenigen typisch katalanischen Steinhäusern. Am Dorfrand grasen Ponys. Hinter dem Dorf ist Club esqui nautic und esportèc ausgeschildert. Hier kommt man wieder zum Flussufer. Neben dem Fluvià blinkt eine große blaue Lagune in der Sonne, auf der Wasserski und Kajak gefahren wird. Ein idealer Platz für ein Picknick.

Fluss Fluvià

Wir folgen der Uferstraße und kreuzen das Kieswerk. Leider nutzen hier die Kiesfahrzeuge das Flussbett als Straße und zerstören die Idylle der Flusslandschaft. Wir folgen der Ausschilderung in Richtung Vila-robau. Hinter dem Kieswerk haben die Bienenfresser ihr Revier. Wir bewundern eine Weile den bewegten Flug der prachtvollen Vögel. Der im Durchschnitt ca. 28 cm große Bienenfresser ist einer der buntesten Vögel Europas. Er ist kaum zu verwechseln: Der Bauch- und Brustbereich ist türkisfarben, Scheitel-, Nacken- und Rückenpartien sind rostbraun, die Flügel sind ebenfalls in diesen Farben gehalten, und über dem gelblichen Kinn befindet sich ein schwarzer Augenstreif. Die tropisch wirkenden Vögel sind oft in Kolonien anzutreffen. Sie sitzen gerne auf herausragenden Ästen, Leitungsdrähten und Masten und nisten in Steilufern an Flüssen und Seen.
Durch Wiesen und Felder geht es nun weiter, vorbei an Olivenhainen bis Vila-robau. Vor dem Dorf grast friedlich eine graue Kuhherde. Der Ort wirkt verschlafen, und wir folgen einem Fahrweg hinter den letzten Häusern nach Sant Miguel de Fluvià bis zur nächsten Landstraße. Hier queren wir rechts den Fluvià auf der hohen Brücke über das Tal. In Sant Miguel lohnt ein Abstecher zur alten Klosterkirche. Der Kirchenplatz ist neu gestaltet, und im Sommer bekommt man Erfrischungen in einer kleinen Straßenbar gereicht.

Fluvia-spiegelungTorroella de Fluvià

An der Straße nach Torroella de Fluvià thront hoch über dem Fluss ein altes romantisches Schloss. Es soll in den nächsten Jahren zu einer Luxushotelanlage umgebaut werden. Wir treffen zufällig einen der neuen Besitzer und dürfen fotografieren. Das Projekt steht bereits, und 2010 soll Eröffnung gefeiert werden, so erfahren wir. Ein Platz zum Träumen schon jetzt – wie wir finden. Ab Torroella de Fluvià geht es am parallelen Ufer des Fluviàs zurück nach Sant Pere Pescador. Hier herrscht am Mittwoch buntes Markttreiben am Flussufer, und wir decken uns mit frischem Gemüse ein, ehe wir weiter zum Mas Gusó fahren, um endlich ein kühles Weizen zu genießen.

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