Wenn die Natur zum Künstler wird – Covas de Sal in Cardona

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Blick in die geräumige Kammer im Inneren der Mine.

Kennt ihr dieses unverwechselbare und sich selten einschleichende Gefühl, wenn man sich plötzlich an einem Ort wieder findet und spürt, dass dieses Fleckchen Erde ein besonderes ist, das sich von den anderen abzuheben scheint und man nicht umhin kommt, sich dem mit einem Gefühl kribbliger Ehrfurcht zu nähren? An genau so einen Ort begibt man sich, wenn man sich aufmacht, zu den Covas de Sal in Cardona, jenen düsteren und zugleich wunderschönen Höhlenlabyrinthen, die das Innere des Salzgebirges durchfressen, wie eine Maus ein Stück Schweizer Käse. Seit 1900 gilt das Vall Salina mit den in seinen Bergen verborgeneren Kalisalzschätzen, die schon seit der Jungsteinzeit essentiell für die in der Umgebung lebenden Menschen waren, als weltweit einzigartiger Ort und als beeindruckendes Naturwunder.

Der Eingang zu der Mine.

Die Mina Nieves, eine der wichtigsten Minen Europas, ist seit 2003 für Besucher geöffnet: Die Reise in den Schlund des Gebirges beginnt mit der abenteuerlichen Fahrt auf einer Kutsche, die anstelle von Pferden von einem Traktor gezogen wird und bei der wohl der ein oder andere Schweißausbrüche bekommen würde, wäre nicht die überwältigende Landschaft, die alle in ihren Bann reißt. Aus den grünen Wäldern wachsen tiefrote Felsformationen hervor, deren raue Hänge mit Salzkristallen gesprenkelt sind. Sickert Sonnenlicht über das Massiv, beginnt es milchig weiß zu strahlen – schon hier beschleicht einen das Gefühl, sich auf dem Weg in eine fremde Welt zu befinden.

Bizzarre Salzgebilde

Das Innere der Höhle dann gleicht vollends einer fremdartigen und absurden Komposition, die durch ihre bizarre Schönheit besticht. Filigranen Korallen ähnlich wachsen die Salzkristalle zur Decke empor. Umgeben von feuchter und schwerer Luft wandelt man von Galerie zu Galerie, wobei keine der anderen zu gleichen scheint – mal senkt sich die Decke, bis sie fast die Köpfe streift und ist von hellrosa schimmernden, zuckergussartigen Ablagerungen überzogen, mal hat das Salz kreisrunde Mulden in die Wände geleckt, mal erscheinen die Kristalle wie eine üppig blühende Vegetation. Immer wieder muss man sich klar machen, dass dieses faszinierende, unbegreifliche Kunstwerk von der Natur selbst geschaffen wurde.

Die Salzkristalle erinnern an Tropfsteinhöhlen.

Nach einer 45minutigen, sehr aufschlussreichen Führung durch diese verborgene Welt, die sich in 86 m Tiefe im Fels versteckt, lässt einen das Sonnenlicht schon ein bisschen blinzeln. Was jetzt noch auf die Erkundung wartet, sind mehrere Ausstellungsräume, in denen die Werkzeuge und Maschinen der Minenarbeiter, sowie Schwarz – Weiß Fotografien bewundert werden können und die einen augenblicklich in vergangene Zeiten zurückversetzen. Nach dieser Reise wird das Gefühl bleiben, soeben Zeuge eines bedeutenden Naturwunders geworden zu sein – dieser süße Geschmack auf der Zunge wird so schnell nicht vergehen.

Blick in die geräumige Kammer im Inneren der Mine.

Hinkommen:
Salt Mountain Cultural Park, Carreterra de la mina s/n, 08261 Cardona
Ca. 1 1/2 Stunden von Girona
Ca. 2 Stunden von Figueres

Wann:
Dienstag – Freitag: 10.30 Uhr – 13.30 Uhr, Führung um 11.30 Uhr und 13.30 Uhr
Wochenende: 10.00 Uhr – 18.00 Uhr, Führung alle 30 Minuten, letzte Führung 16.30 Uhr
Montags geschlossen.

Wieviel:
Regulär: 11 Euro
Rentner: 8, 50 Euro
Kinder 2 – 4 Jahre: 3 Euro
Kinder 5 – 11 Jahre: 6 Euro
Schulgruppen: 8 Euro
Erwachsenengruppen: 9 Euro

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