Wandern im Congost de Montrebei

Ein Wochenende im Hinterland Kataloniens

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Wanderlust, Natur, Schluchtenwanderung, Congost de Montrebei

On the road

Ein Wochenende mit Freunden in den Ausläufern der katalanischen Pyrenäen. Unser Ziel : Wandern im Congost der Montrebei. Wir starten an der Costa Brava und haben circa drei Stunden Fahrt vor uns. Die Straße führt uns ins Inland, durch waldige Hügel und Bergtunnel – der Duft von Pinien liegt in der Luft. Hier und da tauchen romantische Burgen in den Bergen auf. Weiter geht die Fahrt, über die malerische Kleinstadt Vic, in der sich ein Stopp definitiv lohnt. Wir kaufen frische Wurst und Käse ein, als leckeres Mitbringsel für zu Hause.

Durch die Abendsonne ins Hinterland Kataloniens


Als wir weiterfahren, ist die Landschaft schon ins goldene Abendlicht des Südens getaucht. Die scharfe Silhouette des Montserrat-Gebirge erinnert an Messerspitzen am Horizont und beamt mich an eine andere Welt. Auch die immergrünen Zypressen – gen Himmel ragend, prägen das katalanische Landschaftsbild. Schäfchenwolken färben sich langsam rosa und die Mondsichel hängt wie eine Laterne über uns. Wir fahren in den blutroten Sonnenuntergang hinein und dann sind wir endlich da!

Unterkunft im Vall d’Ager

Wir übernachten das Wochenende im Hotel Vall d’Áger: Hübsche kleine Häuschen im schwedischen Stil vereinen moderne Eleganz mit Gemütlichkeit. Alternativ können Besucher hier auch ein Zelt aufschlagen. Auf der kleinen Dachterrasse stoßen wir Abends mit einem Glas Wein unter den prangenden Sternen auf die Ankunft an.

Durch die Schlucht : Wandern im Congost de Montrebei

Unsere Tipps

Von unserem kleinen Wochenendhaus im Hotel Vall d’Áger aus hat man einen großartigen Blick auf das von Wald umgebene Dorf Áger mit seiner antiken Burg. Der Lavendel auf der Terrasse vorm Haus duftet und der Himmel begrüßt uns strahlend blau. Sowohl der Frühling (Mai/ Juni) als auch der Herbst (September/ Oktober) sind die empfohlenen Jahreszeitenfür Erkundungstouren im Congost de Montrebei. Auch wenn die Oktobersonne nicht mehr so heiß ist, sollte man unbedingt genügend Wasser und Sonnenschutz für eine Wanderung dabei haben. Vom Frühstück im Hotelrestaurant gestärkt, begeben wir uns auf Wanderung.

Was und wo ist der Congost de Montrebei?

Der Congost de Montrebei ist eines der schönsten Flecken Erde, die ich je gesehen habe. Das Naturschutzgebiet befindet sich zwischen Huesca und Lérida, auf der Grenze zwischen Katalonien und Aragón. Der türkisblaue Fluss Noguera Ribagorcana spaltete einst das grau- bis orangefarbene Montsec-Gebirge.

Heute schlängelt er sich seinen Weg durch die von dichten mediterranen Wäldern bewachsenen, kalkigen Felsschluchten. Ein traumhafter Anblick, der einem schonmal den Atem verschlägt. Das gesamte Gebiet erstreckt sich über 600 Hektar und hat aufgrund seiner Flora & Fauna, seltener Arten und unberührter Natur, einen enorm großen ökologischen Wert.

Wanderlust!

Wir starten unsere Wandertour vom Parkplatz La Pertusa, der seinen Namen einer hübschen Bergkapelle mit Ausblick auf den See Canelles verdankt. Schon von der ersten Sekunde an bezaubert der Blick in die Landschaft.

Der chinesische Philosoph, Konfuzius sagte schon circa 500 v. Chr.

„Der Weg ist das Ziel“

– und bei so einer beeindruckenden Wanderung trifft das natürlich zu!

Spektakuläre Aussichten im Congost de Montrebei

Wir beobachten zwei große Adler. Majestätisch kreisen die Könige der Lüfte über uns am Himmel. Der gut ausgeschilderte und zum Glück nicht überlaufene Wanderweg führt uns zu fantastischen Aussichtspunkten wie La Portell del Montsec, zu Brücken über den Fluss nach Aragon und zu versteckten Berghöhlen.

Von oben sehen wir die bunten Kayaks, die tief unten durch türkisblaues Wasser gleiten. Das Gebiet ist von großem Interesse für Bergsteiger, die abseits der Pfade klettern möchten, aber auch geeignet für noch nicht so erfahrene Wanderer wie uns.

Wir laufen mit kleinen Picknick-Pausen innerhalb 3 Stunden bis zur einzigartigen Hängebrücke St. Jaume. Von dort aus genießen wir den Blick über den Fluss, durch die Schlucht bis hin zu den Pyrenäen. Vom Steg hüpfen ein paar mutige Touristen ins eiskalte Wasser des Flusses. Das Highlight des Congost: die engste Stelle der Schlucht, an der die erodierten Felsen nur noch 20 m von einander entfernt sind ist gut besucht. Der in den Fels gemeißelte Weg ist einfach spektakulär!

Rückweg

Auch den Rückweg unternehmen wir zu Fuß, um die einmaligen Ausblicke nochmals aus neuer Perspektive zu genießen. Man kann auch per Kayak, Wassertaxi oder Bus zurück gelangen, vielleicht eine Variante fürs nächste mal. Es empfiehlt sich eine Reservierung vorab.

Abends müde und glücklich zurück im Hotel ankommen, bewundern wir wie Paragleiter in der Abendsonne von den Klippen springen, vom Wind durch die Lüfte getragen werden und schließlich sicher auf dem Feld landen. Die Gegend bietet viele Möglichkeiten für Abenteurer: u.a. Canyoning, Rafting und Fallschirmspringen.

Glücklich und hungrig : Restaurantempfehlung

Wir haben nach dem langen Marsch einen Bärenhunger und freuen uns auf etwas Deftiges. Das Restaurant Casa Xalets in Áger ist unser Ziel für den Abend: Top Qualität bei Essen und Wein, faire Preise und liebevolles Ambiente!

Monasterio de Santa María de Bellpuig de las Avellanes

Das antike Kloster Monasterio de Santa María de Bellpuig de las Avellanes in Os de Balaguer in den südlichen Mont-Sec-Ausläufern ist nicht weit von Áger entfernt und liegt auf unserem Rückweg. Wir besuchen die immer noch aktiven Abtei. Für Besucher die länger bleiben möchten stehen Hotelzimmer bereit und ein Restaurant mit Blick auf den romanischen Kreuzgang.

Wir unternehmen einen Rundgang mit sympathischen Guide. Dabei erfährt man viel über die bewegte Geschichte des Klosters – Katalanisch- oder Spanischkenntnisse vorausgesetzt. Natürlich kann die Klosteranlage auch auf eigene Faust erkundet werden.

Unser Roadtrip geht langsam zu Ende. Wir tuckern entspannt durch malerische Landschaft und über kleine Landstraßen dem Sonnenuntergang entgegen zurück zur Küste und freuen uns nach dem erlebnisreichen und auch anstrengenden Wochenende auf ein kühles Bier auf der heimischen Terrasse.

Astronomisches Observatorium im Montsec

Wir alle sind aus Sternenstaub…

Hier lohnt es sich, den Sternenhimmel etwas genauer zu betrachten. Denn dieser Teil Spaniens ist nicht sehr dicht besiedelt und somit verhindern keine großen Stadtlichter das nächtliche Leuchten der Sterne. Zwei bedeutungsvolle Sternwarten Südeuropas sind nur 10 Minuten mit dem Auto von Áger entfernt. Wir nehmen im PAM an einer nächtlichen Führung teil – für Weltallinteressierte ein absolutes Highlight.

Blaise Pascal (1623 – 1662), französischer Philosoph und Begründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung sagte einmal

„Das Weltall ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt überall, dessen Umfang nirgends ist.“

Ganz zu fassen scheint es auch heute noch nicht zu sein – sein Wissen darüber zu erweitern – aber spannend.

Ausstellung & Kinofilm

Der astronomische Park ist trotz später Stunde sehr gut besucht. Anfangs erkunden wir auf eigene Faust eine interaktive Ausstellung. Hier wird die Rolle von Astronomie in unserer Gesellschaft, die Evolution des Weltalls und der notwendige Schutz desselben thematisiert.
Anschließend wird in einem Kinosaal mit großem Kuppeldach ein 3D-Film über die Entstehung des Universums, der Materie und schließlich des Menschen gezeigt. Der Film ist verspielt und verständlich gestaltet – besonders spannend für Kinder! Anschließend wird im Kino am künstlichen Sternenhimmel von einem Sternwarten-Experten etwas langwierig für Laien unser Sonnensystem erklärt. Mit überraschenden und spektakulären Effekt öffnet sich das Dach der Kuppel und die Projektion geht ins reelle Himmelszelt über.

Durch’s Teleskop zu den Sternen

Zum Schluss geht es nach draußen zu den mit Kameras ausgestatteten Teleskopen. Wir sehen großartige Aufnahmen des aktuellen Sternenhimmels und des momentan zunehmenden Mondes. Bei meinem Blick durch das Teleskop entdecke ich Jupiter mit seinen Ringen. Ein tolles Erlebnis!

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