Darnius – Maçanet de Cabrenys – la Vajol

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Blick von der Staumauer

Berge & mehr

Hier an der Küste fühlt es sich im Juni schon richtig nach Sommer an. Zeit für eine Exkursion in Richtung Boadella zum Stausee und weiter über die Gipfel in die kleinen Orte am Rande der Pyrenäen. Wir packen unsere Kameraausrüstung und ausreichend Trinkwasser in den Kofferraum und fahren los in Richtung La Jonquera. Am Abzweig Darnius, Maçanet de Cabrenys und Costoja verlassen wir die NII und biegen ab in die Berge.


Exkursion rund um den Stausee von BoadellaDie Straße führt durch lichte Korkeichenwälder. Vor dem Blau des Himmels zeichnen die dunklen, knorrigen Stämme bizarre Figuren in die Luft. Einzelne Strohballen sind gelb in die Landschaft gerollt. Darnius liegt vormittäglich still vor uns. Die Allee uralter Bäume beschattet die Straße. Links zweigt ein Weg zum Stausee ab. Die Landschaft am Stausee unterscheidet sich deutlich von der nur wenige Kilometer entfernten Küstenlandschaft. Felsbrocken türmen sich ins Wasser. Der Eichelhäher kündigt jeden Eindringling laut kreischend an. Zwischen Pinien und Steineichen findet man viele verschiedene Heilpflanzen und Kräuter. In den Bergen gibt es Wildschweine, Wildhühner, Eichhörnchen, Igel, Kaninchen, Hasen und Dachse. Zahlreiche Vogelarten bevölkern das Gebiet: der Eisvogel, Spechte, Wasseramseln und viele Wildenten amüsieren sich am Ufer oder im Wasser der gestauten Muga.
Das Hotel Central am Ende der befestigten Straße ist ein guter Platz für ein Mittagessen. Auch als Ausgangspunkt für Wanderungen liegt es perfekt. Wir relaxen im Schatten auf der Terrasse.

Die Straße zurück nach Darnius steigt später an nach Maçanet de Cabrenys und windet sich langsam voran. Ein kurzer Stop bei der Ermita „Sant Esteve del Llop“ links im Wald. Ein paradiesischer Ort der Stille. Eine Weile später liegt Maçanet de Cabrenys vor uns. Der grüne Tunnel der Platanenallee leitet uns in den Ort.  Wir bummeln durch die nachmitttäglich-himmlische Ruhe der Gassen und genießen die kühle Bergluft. Das kleine Städtchen ist umgeben von Bergen („Roc de Campana“: 1.438 m, „Roc de Frausa“: 1.443 m und „Puig de les Pedrisses“: 1.333 m) und liegt inmitten der Natur. Die alten Häuser im Zentrum scharen sich um die Kirche St.Marti. Zum Flüsschen hin erstrecken sich die Gemüsegärten der Bewohner. In den Restaurants bekommt man die Produkte der Region: Pilze, Forellen, Wildschwein oder Wildkaninchen werden frisch serviert.

Stausee umgeben von Korkeichen, Steineichen und Pinien

Vajol

Der kleine Ort la Vajol liegt hoch oben am Berg unterhalb des Coll de la Manrella, fast schon in Frankreich an der Grenze zu der französischen Gemarkung Vallespir. Die romanische Kirche Església parroquial de Sant Martí stammt in ihren Ursprüngen aus dem XII. Jahrhundert. La Vajol war der letzte Zufluchtsort der Republikanischen Regierung während des spanischen Bürgerkrieges. Im Februar 1939 überquerten 250 Flüchtlinge die Grenze bei la Vajol; unter ihnen der Präsident der spanischen Republik, Manuel Azaña, und die Präsidenten von Katalonien und dem Baskenland, Lluís Companys und José A. Aguirre. Ihnen zu Ehren wurde 1981 eine Gedenkstätte am coll de la Manrella eingeweiht. In der Mine Can Canta versteckte man während des Bürgerkrieges wichtige Kunstwerke aus dem Prado in Madrid. Tolle Landschaft im Hinterland der Costa BravaAuch der Tresor der Republik – bekannt unter dem Namen «Tresor d’en Negrin» – soll dort gelagert haben. Wir rasten bei „Ca la Conxita“. Hier verspricht eine Kreidetafel Bauernbrot und Landwurst. Wir bekommen große Scheiben „pan con tomate“  und eine leckere deftige Wurstplatte serviert. Bei Sonnenuntergang geht es zurück zur Küste.

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