Fischen an der Costa Brava

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Früh am Morgen auf einem Fischerboot
Sonnenaufgang vom Fischerboot im Golf von Roses

Der Fischer, das Meer und wir

Fischen – die Fischer an der Costa Brava gehen einem schwierigen Beruf nach: Fast täglich bei Wind und Wetter fahren die Fischerboote hinaus aufs Meer. Am späten Nachmittag wird der Fang im Hafen versteigert. An manchen Tagen fängt man so gut wie nichts – an anderen Tagen sind die Netze und Leinen voll bestückt. Ein wenig Glück gehört also dazu! Wenn man einige Stunden mit den Fischern unterwegs ist, erfährt man viel über ihr hartes Leben. Allerdings muss man dazu genau wie sie ganz früh aus den Federn.

Tiefblaues Wasser im Hafen von Roses
Der Fischereihafen von Roses am frühen Morgen

Roses 6 Uhr morgens. Es ist noch stockdunkel. Das Meer ruhig. Sonst dürften wir nicht mitfahren. Ein Ausflug mit dem Fischer ist immer eine spontane Verabredung. Erst am Abend davor erfährt man ob es klappt mit dem fischen und das Wetter auch mitspielt. Wir sind gern spontan und jederzeit entschlossen die Seefahrt zu riskieren. Im August hat es endlich geklappt mit einem Termin an Bord und wir begeben uns gespannt in das Abenteuer „Fische fangen“.

Fischerboot im Hafen von Roses
Mit dem kleinen Fischerboot namens Pescatron stechen wir in See

Joan Piris ist heute unser Kapitän, Lehrmeister und Geschichtenerzähler

Der Fischer aus Sant Pere Pescador erwartet uns bereits mit seinem kleinen Fischkutter im Hafen von Roses. Joan hat erst vor ein paar Jahren den Beruf seiner Vorfahren aufgegriffen und sich ein kleines Fischerboot gekauft. Als selbstständiger Fischer kann nur starten wer eine Fanglizenz erbt oder abkauft. Die Plätze sind limitiert und selten zu haben. Das Leben als Fischer bedeutet Überlebenskampf gepaart mit Freiheitsgefühl. Der Mythos Abenteuer, Freiheit und Stärke kann trügerisch sein. Die Bank will jeden Monat die Rate für das Boot und die Familie muss das ganze Jahr über von den Einkünften leben können. Diesel ist teuer und das Meer launig, die Arbeit hart und der Fischer als Mann auf sich allein gestellt im Universum – preisgegeben den Elementen Sturm, Sonne und Wellen.

Fischer steuert sein Boot
Der Fischer Joan Piris auf seinem Fischerboot

Wir vertrauen uns Joan Piris, seinem Boot und dem Universum für ein paar Stunden an. Los gehts hinaus aufs Meer. Langsam steigt die Sonne aus dem Wasser und durchbricht morgendliche Nebelschleier und Wolken. Schon allein für dieses Spektakel hat das frühe Aufstehen gelohnt. Wind im Haar, Freiheit im Herzen und Romantik im Blick – Glücksgefühle und Adrenalin pur!

Sonne geht langsam über der Bucht von Roses auf
Von dem Fischerboot aus können wir einen traumhaften Sonnenaufgang bewundern

Die harte Arbeit eines Fischers

Ein wenig Zeit zum plaudern ist, während es langsam heller wird. Wenn die erste Boje mit den am Abend zuvor ausgelegten Leinen erreicht ist, ist Konzentration gefragt und die Knochenarbeit beginnt: Fisch und Meeresgetier aus dem Wasser ziehen kostet Kraft. Joan Piris fischt nach alter Tradition mit einer Legeangel – der Palangre. Der “peix de palangre” – der Fisch von der Legeangel – gilt als besonders lecker und ist in den Restaurants der Region sehr begehrt. Joan hat sich auf Doraden spezialisiert. Heute ist ihm ein besonders großes Exemplar an den Haken geschwommen. Leider hat das Monster wohl die Kollegen abgeschreckt. Der Fang insgesamt ist nicht sehr üppig. Das passiert schon öfter mal. Deshalb sollen als zweites Standbein Touristen auf dem Fischerboot ein kleines Zusatzbrot einbringen.

Der Fischer hat eine große Dorado gefangen
Der größte Fang des Tages – eine prächtige Dorade

Immer mehr lokale Fischerverbände nehmen Schaulustige mit zum fischen auf die Boote, um so das Überleben der Fischer sichern zu können. Auch Joan Piris hat sich dazu entschlossen ab und an in Gesellschaft u fischen. Wenn das Wetter mitspielt, dann kann man ihn allein oder zu zweit einen Vormittag lang bei seiner abenteuerlichen Arbeit begleiten.

Wir unterstützen den Fischer bei seiner Arbeit
Endlich haben wir auch einen Fisch im Netz

Eskortiert von schreienden Möwen: Krah! Kraaah! Kreisch! – man denkt unwillkürlich an Szenen aus Alfred Hitchcocks Film „ Die Vögel“ – landen wir gegen Mittag wieder im Hafen von Roses. Gern hätten wir frischen Fisch mit nach Hause genommen. Leider ist das nicht möglich da der gesamte Fang laut Vorschrift in die Versteigerung gegeben werden muss. Das Abenteuer hat hungrig gemacht und es ist Zeit für ein deftiges Frühstück am Strand – ohne Fisch!

Fisch im Fischernetz
Der Fischer Joan Piris bei seiner Arbeit

Ein Tag fischen auf dem Fischerboot

1. Das Leben und die Arbeit der Fischer von Roses kennen lernen:
Ein Tagesausflug auf einem großen Schleppnetz-Fischerboot: von 7 Uhr bis 18 Uhr den täglichen Arbeitstag eines Fischers an der Costa Brava erleben und das typische Essen der Fischer an Bord teilen.

2. Den Fischfang auf einem kleineren Boot erleben: von
6 Uhr morgens bis 13 Uhr. Eine persönlichere Art und Weise die tägliche Arbeit der Fischer entlang der Küste kennen zu lernen.

3. Der Fischer, ich und das Meer – Ausflug allein oder zu zweit mit einem einzelnen Fischer in seinem traditionellen Fischerboot: von 07.00 bis 11.00 Uhr

Informationen und Reservierungen:
650 27 24 27 / info@enroses.com,
Pro Person ab 140 Euro. Ausflug bis 30. September möglich.

Fahrt mit dem Fischerboot entlang der Küste
Blick auf die Immobilien von Roses

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