segeln – Sailingtrip nach Mallorca

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Sonnenuntergang kurz vor der kueste Mallorcas
Der Moment an dem die Sonne untergeht und wir nicht mehr weit von Mallorca entfehrnt sind

Segeln mit dem Regatta-Oldtimer „Romelo“

Im Februar fernab des Massentourismus und außerhalb der Saison auf dem Mittelmeer zu segeln, dass bedarf Mut und Erfahrung – besonders wenn man mit einem 14 m Regatta-Segelboot aus den 80er Jahren die Überfahrt von Sanremo in Italien nach Palma de Mallorca wagt.

Segelboot Kapitän - segeln
Unser Kapitän auf unserem Segeltourn

Von Barcelona nach Nizza und mit dem Taxi nach Sanremo

Von Barcelona geht es früh morgens zu dritt per Flug nach Nizza und weiter mit dem Taxi nach Sanremo. Dort wartet die Oldtimer-Segelyacht „Astilleros Wind 46“ im Hafen Portosole auf die Überführung nach Palma de Mallorca. Von diesem von der Werft ASTILLEROS NAUTA S.A. in Barcelona gebautem Modell gibt es weltweit nur noch fünf Exemplare. Das Model „Astilleros Wind 46“ wurde 1979 von dem argentinischen Yachtdesigner German Frers entworfen. Über 500 verschiedene erfolgreiche Yacht-Konstruktionen für europäische, amerikanische, japanische, australische und neuseeländische Kunden tragen bis heute seine Handschrift. Auf allen wichtigen internationalen Regatten sind Modelle von German Frers zu finden. Er arbeitet zusammen mit Nautor’s Swan (Finnland), Hallberg-Rassy (Schweden), Wally Yachts (Monaco) und liefert Entwürfe für Volvo Ocean Race.

Romela Segelboot
Unser Segelboot auf dem weg von Sanremo nach Palma de Mallorca

Segelboot – Romela

Diese „Astilleros Wind 46“ – getauft auf den Namen „Romelo“ – stammt ebenfalls aus seiner Feder und wurde 1983 zugelassenen. Den Motor hat man kürzlich erneuert, alles andere ist Original. Die Yacht verfügt über drei Kabinen und zwei Bäder. Perfekt für uns. Unser Kapitän Carles Matinell (www.lidernautic.com) ist erfahren auf allen Weltmeeren und fährt seit Jahren Charter für internationale Kunden. Wir zwei anderen sind noch Segelanfänger und werden ihm bei dieser Überfahrt hilfreich zur Hand gehen. Also auf ins Abenteuer und Erfahrungen sammeln!

Die weitere Crew

Wir machen die Segelyacht startklar, bringen unsere Vorräte an Bord und prüfen das Equipment. Man wird ohne Internet und moderne Technik auskommen müssen. Intuition und Handarbeit sind gefragt.

Ein letzter Abschied

Kurz vor Start: Plötzlicher der Besuch der alten Dame. In ehrwürdigem Schwarz erscheint sie am Horizont. Sie blickt zum letzten mal auf die Familienyacht und nimmt Abschied. Der Hafenmeister erzählt: Die Lady segelte einst mit ihrem Sohn mit der „Romelo“ erfolgreich Regatten. Seit Jahren liegt das Schiff aber jetzt im Hafen. Vorbei die glanzvollen sportlichen Zeiten. Jetzt wurde die Segelyacht schweren Herzens verkauft. Wir sind vom neuen Eigentümer beauftragt den Oldtimer nach Mallorca zu überführen.

Der Hafenmeister meint: Die alte Dame sei ihrer Intuition gefolgt. Keiner hatte ihr Bescheid gegeben, dass die „Romelo“ heute endgültig ihren angestammten Liegeplatz in Sanremo verlässt.
Wir winken freundlich. Die alte Dame grüßt würdevoll zurück. Wir nehmen ihren Segen als Signal für eine gute Überfahrt. Leinen los!

rotes Spinnaker - Segelboot segeln
Ein Segelboot kommt uns mit einem rotem „Spinnaker“ entgegen

Nächster halt Marseille bevor wir weiter segeln

Bis Marseille geht es entlang der Küste. Dann wird aufgetankt. 175 Liter Diesel fasst der Tank. Wir stechen in offene See. Wie lange wir unterwegs sein werden? Keine Ahnung. Der Motor des Schiffes hat nur 75 PS. Wir setzen die Segel. So es Wind und Wetter erlauben, nutzen wir die Elemente. Wir überlegen noch schnell an der Côte Vermeille vorbei zu fahren aber entscheiden uns für den direkten Weg.

Delphine besuchen uns

Bald schon sind wir ohne Netz: Kein Telefon. Kein Internet. Stille. Nur das Flattern der Segel und das Rauschen der Wellen. Plötzlich Delphine. Spielend begleiten sie eine Weile lang unsere Fahrt.

Wir segeln auch nachts und schlafen abwechselnd jeder zwei Stunden. Das Wetter ist rau. Kälte kriecht in die Glieder. Wir fiebern dem Sonnenaufgang entgegen. Erstes Leuchten am Horizont. Golden färbt sich das Meer. Ab und an sehen wir ein Containerschiff. Sonst nur wir, das Meer, Himmel und Wolkenschleier. Blaugraue Weite.

Containerschiff kreuzt unseren Weg
Wir begegnen einigen Containerschiffen auf unserer Überfahrt so wie dieses

ein Wal sagt „Hallo“ und dann segeln wir weiter

Gegen Mittag in der Ferne eine Fontäne. Ein Wal kreuzt unseren Weg. Wieder liegt eine Nacht auf dem Wasser vor uns. Es herrsch so ziemliche Flaute. Endlich – nach 38 Stunden – melden sich unsere Handys aus dem Nirwana zurück. Wir sind in der Nähe der Balearen.

Windjammer Sonnenaufgang - segeln
Sonnenaufgang bei absolutem Windjammer

Hafen von Palma de Mallorca

Die Zivilisation hat uns zurück. Bis zum Hafen von Palma de Mallorca sind es aber noch einige Stunden. Wir umrunden gemächlich einen Großteil der Insel. Land ist jetzt immer in Sicht und es gibt bereits regen Bootsverkehr rund um die kleinen Buchten. Am Nachmittag erreichen wir den Hafen von Palma de Mallorca.

Hafen von Palma de Mallorca
Nach 38 Stunden kommen wir im Hafen von Palma de Mallorca an

Nach drei Tagen auf See verlassen wir schwankenden Schritts die Bootsblanken. Freudig begrüßt uns der neue Bootseigner am Kai und lädt uns zum Brunch. Gerade noch rechtzeitig erwischen wir am Abend den letzten Flieger zurück aufs Festland. Müde verabschieden wir uns in Barcelona. Schon bald lockt uns ein neues Abenteuer aufs Meer. Bis dahin Ahoi! Viel Spass beim segeln!

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