Pyrenäen: Molló – Espinavell – Setcases

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Pyrinäen – Vall de Camprodon

Das Vall de Camprodon ist durch neue Straßennetze näher an die Costa Brava gerückt. In einer reichlichen Stunde ist man heute von der Küste aus schon Mitten in den Pyrenäen. Hier schlagen die Uhren langsamer. Wir lassen diesmal den schönen Bergort Camprodon links liegen und fahren weiter hinauf in Richtung französische Grenze.

Mollo-Dorf-3

Molló

Unser erstes Ziel ist Molló, 1182 Meter über dem Meeresspiegel. Hier ist gerade Dorffest und alle Häuser sind festlich mit Blumen und Wäschestücken geschmückt. Die markante Kirche Santa Cecília stammt aus der Romanik (936). Der imposante quadratische Glockenturm hat 5 Etagen. Das eindrucksvolle Portal steht offen. Wir treten ein und uns empfängt kühle Stille. Andächtig bewundern wir die schlichte Schönheit. Später erkunden wir die steilen Dorfgassen. Die Dorfbewohner grüßen uns freundlich. Wie aus dem Märchenbuch zieren blühende Malven ein schiefes Steinhaus, ranken Pasionsblumen an verwitterten Steinmauern. Im Dorflädchen bekommt man die Produkte der Bergregion: würzigen Ziegenkäse in Öl oder getrocknet, duftenden Honig und leckere Würste eigener Herstellung. Wir decken uns mit diesen Köstlichkeiten ein und fahren anschließend weiter zum letzten Dorf vor der Grenze. Blühende Bergwiesen wecken Begeisterung.

Espinavell

Mollo-BergIn Espinavell auf 1260 Metren Höhe scheint die Zeit stehen geblieben. Das Dorf duckt sich mit schiefen Mauern in den Berg wie eine Filmkulisse. Auch hier kommt man mit den alten Dorfbewohnern, schnell ins Gespräch. Wir erfahren, dass man durch die steilen Gassen nur im Sommer mit dem Jeep bis zu den Häusern kommt. Im Winter machen das Schneehöhen von einem Meter und mehr unmöglich. Dann sollte man rechtzeitig alle Vorräte im Haus haben. Vor den Häusern trocknen schon die Wald- und Wiesenpilze. Auch Holz steht aufgeschichtet bereit.
Das Dorf wird jedes Jahr am 13. Oktober zum Hauptschauplatz des Pferdeabtriebs aus den Pyrenäen. Zur „la Tria de Mulats d’Espinavell“ kommen tausende Händler und Schaulustige, um das Spektakel ab 11 Uhr live zu erleben.
Unterhalb des Dorfes gibt es ein Res taurant, wo man auch Zimmer mieten kann. Da der Himmel sich inzwischen bewölkt hat, wir beschließen wir, die Bergküche zu testen. Im Restaurant „Les Planes“ sind fast alle Tische belegt. Wir finden in einer Ecke noch ein Plätzchen und probieren den Salat mit Apfel und Foie gras, die Ente mit Birne, frische Forellen aus dem Bach und ein riesiges Entrecote. Einfach, gut und preiswert speist man hier. Nur der Weißwein des Hauses ist ist nicht zu empfehlen. Besser den Rotwein auswählen.

Setcases

Set-CasesHinter dem Restaurant beginnt eine Bergstraße, die über den Pass nach Setcases führt. Mit 30 kmh, so steht auf dem Schild, kann man die 19 Kilometer auf dem geraden gut befestigten Schotterweg auch mit dem normalen PKW zurück legen. Die Straße wurde 2008 für
eine Million Euro neu befestigt und ist eine echte Sensation. Quer durch die Berglandschaft kommt man auf dieser Höhe sonst nur zu Fuß oder mit dem Jeep. Natürlich ist die Strecke auch für Mountainbikes , Motorräder und Wanderer geeignet.
Wir fahren gemütlich am Fluss entlang das Tal hinauf, stoppen ab und an zum Pilze sammeln, pflücken Walderdbeeren und finden sogar schon erste Heidelbeeren. Die blühende Bergwelt ist paradiesisch. Der Regen im Juli hat üppiges Grün gedeihen lassen. Weiter oben lichtet sich der Wald und weicht kurz gefressenen felsigen Almwiesen. Hier weiden glückliche Kühe mit ihren Kälbchen, grasen stämmige Pferde und blöken meckernde Schafe. Weidezäune gibt es kaum. Ab und an steht eine Kuh direkt auf der Fahrbahn. Langsam pirschen wir uns mit der Kamera an. Zweifelnd schaut sie ins Objektiv und trottet muhend davon. Oben am Pass Costabona bei 1900 Meter blitzt die Sonne. Wir sind über den Wolken, fühlen uns eins mit dem Berg, genießen die malerische Landschaft und fühlen uns königlich. Hoch über uns schwebt ein Adler. Bei klarem Himmel, und nur wenn man Bergschuhe im Gepäck hat, empfiehlt sich der Aufstieg zum Costabona auf 2464 m. Man wird nach 1h Anstrengung mit einem spektakulären Panoramablick fast bis zum Meer und auf das Canigómassiv belohnt.

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