Mit dem Fahrrad durch die Aiguamolls de l’Empordà in Katalonien

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Fahrrandfahren an der Costa-Brava

Fahrrad fahren liegt im Trend. Auch in Katalonien trifft man immer häufiger auf Fahrradtouristen. Die Tourismusbüros tragen dem Rechnung und weisen inzwischen eine Reihe von Fahrradrouten aus. Im Infobüro „El Cortalet“ im Naturpark Aiguamolls bekommt man eine Karte mit einem Vorschlag für eine 25 Kilometer lange Fahrradtour durch das Sumpfgebiet. Im Mai lockte uns die Sonne, diese Tour auszuprobieren.

Im Naturpark Aiguamolls wechseln sich charakteristisch Dünen, überschwemmte Wiesenflächen, Brackwasser-Lagunen (Gemisch aus Süßwasser und Salzwasser) und Süßwasserseen ab. Katalanisch: „Aiguamolls“ – Deutsch: „Seichtes Wasser“ – spanisch: „Marismas“ sind Bezeichnungen für ein Feuchtgebiet an der Küste, entstanden aus dem Zusammenspiel von Flussmündung und Meer.

Start für unsere Tour ist der Parkplatz am Infobüro des Naturparks. Von hier aus kann man auch den Vogelpark – der einen Teil des gesamten Naturschutzgebiets ausmacht – zu Fuß erkunden.

Route der Weiher

Wir folgen heute dem Plan der vorgeschlagenen „Route der Weiher“ per Rad. Üppiges Grün umrahmt die Wasserlandschaft. Nach den Regentagen im April ist die Natur förmlich explodiert. Malerisch spiegeln sich Gräser und Blattpflanzen in den Lagunen. Gelb leuchten überall die Wasserlilien. Binsen und Schilf wiegen sich leise flüs ternd im Wind. Ab und an unterbricht ein Zwergtaucher das Spiegelbild der Harmonie. Die Tamarisken bevorzugen als Baum und Strauch den feuchten, salzigen Standort. Sie bezaubern mit rosa-weißen Blüten. Störche staksen durch den Sumpf. Einige kreisen himmelhoch über uns. Viele sitzen auf ihren Nestern in knorrigen abgestorbenen Bäumen oder auf eigens errichteten Plattformen. Ihr lautes Klappern hallt weit durch die Luft. Ein wichtiges Anliegen des Naturparks ist – neben dem Schutz der über 300 verschiedenen Vogelarten – u.a. die Wiedereinbürgerung des schon ehemals hier brütenden Weißstorchs.
Gleich am Anfang unserer Route machen wir einen Abstecher zum Observatorium „Quim Franch“ und blicken auf den Teich des „Cortalet„. Eine Schwanenfamilie mit fünf Jungen gleitet friedvoll auf dem Wasser. Frösche quaken laut. Ein paar Wildenten dümpeln vor sich hin. Der Graureiher steht majes tätisch im Schilf …

Wir fahren weiter in Richtung Empuriabrava, vorbei an der Ruine einer Masia bis zum Teich „Europa„. Hier befindet sich ein weiterer Beobachtungspunkt. Eine Moor huhn familie ist auf erster Pirsch. Die kleinen schwarzen Küken flüchten tapsig auf riesigen Füßen schnell ins Schilf, noch bevor wir unsere Kamera zücken können.

Empuriabrava

Weiter geht unsere Tour über die Muga-Brücke, danach quer durch die am Mittelmeer einzigartige Lagunenstadt Empuriabrava mit üppigen mediterranen Gartenanlagen, weißen Villen und blau schimmernden Kanälen. Nach der Stadt treffen wir auf eine kleine Brücke und folgen hier dem Radweg in Richtung Santa Margarida. Blühende Landschaft. Eine Pferdeherde grast idyllisch vor einer Masia. Im Hintergrund leuchten weiß bedeckt die Pyrenäen. Rau bläst uns der Tramuntanawind ins Gesicht.

wasserbecken

Unter der Nationalstraße hindurch geht es dann in Richtung PalauSaverdera. Immer direkt gegen den Wind. Wir beneiden die uns entgegen kommenden Radfahrer mit Rückenwind. Vor uns liegen die Albera-Berge. Auf den Feldern leuchtet rot der Mohn, weiß die Kamille und blau der Borretsch. Der violette Lavendel verbreitet aromatischen Duft.

Castelló d’Empúries

Unsere Route biegt ab in Richtung Castelló d’Empúries. Der steinige Feldweg ist eine Herausforderung an unsere Kondition. Wir haben uns eine Pause verdient. Etwa in der Hälfte der Wegstrecke, nahe Punkt 16 der ausgewiesenen Route, befindet sich in einer Masia neben der Landstraße nach Palau Saverdera das Restaurant Aiguamolls. Hier kann man sich mit leckerer katalanisch-französischer Küche verwöhnen lassen ehe man bei Punkt 17 wieder von der Landstraße abbiegt.

Punkt 18 auf unserer Fahrradkarte bezeichnet den Beobachtungsstand der Lagune „Vilaüt„. Auch hier gibt es Störche. Ein Bauer mäht seine Wiese. Dunkle Granitfelsen liegen malerisch zwischen wogendem Grün. Einzelne Korkeichen recken ihre knorrigen Arme in den Wind. Der eigenwillige Charakter der Landschaft bezaubert.

Der schmale Wiesenpfad trifft nach einer Weile erneut auf die Landstraße in Richtung Castelló d’Empúries. Nach kurzer Wegstrecke biegt unsere Fahrradroute links auf einen Feldweg ab. Im Schatten der Bäume geht es über Stock und Stein. Eine kleine Holzbrücke führt uns über den Bach „Rec dels Salins“. Im Schatten hoher Bäume kommen wir gut voran. Zart grüne Blätter tanzen im Wind. Impression Licht. Früher Sommer oder Später Frühling. Romantik pur. An der nächsten Wegkreuzung biegen wir links ab und kommen über einen staubigen breiten Fahrweg zum Schmetterlingspark. Wer noch nicht zu erschöpft ist, sollte hier eine Pause einlegen, um die Farbenpracht der Schmetterlinge in den Gewächshäusern zu bewundern. Ein Stück Straße gerade aus Richtung Empuriabrava führt uns rechts eine Furt durch die Muga. Weiter geht es auf der geteerten Landstraße rechts bis zum Bauernhof. Davor biegen wir wieder ab und queren links die Felder. Jetzt haben wir den Wind endlich im Rücken. Der Tramuntana schiebt uns voran, vorbei an Höfen und einem schlossähnlichen Gebäude zurück zu unserem Ausgangspunkt und dem parkenden Auto am „El Cortalet“. Wir sind angenehm erschöpft und sehr begeistert von der abwechslungsreichen, interessanten Runde durch den wunderschönen Naturpark Aiguamolls.

Tipp: Bei Tramuntana sollte man die Runde genau anders herum fahren. Dann hat man die meiste Zeit den Wind im Rücken und kommt leichter ans Ziel.

Die Fahrradkarten mit Beschreibung in deutsch, englisch, spanisch, französisch und katalanisch bekommt man gratis im Informationszentrum „El Cortalet“.

Telefon: (0034) 972 45 42 22. Per Landstraße zu erreichen von Sant Pere Pescador oder von Castelló d’Empúries aus. Weitere Informationen unter www.aiguamolls.org.

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